Hier wird die Tätigkeit des Küfers beleuchtet

Wofür war der Küfer da?

 

Unter einem Küfer versteht man einen Handwerker, der Geräte und Behälter, die meist aus Holz bestehen, herstellt. Dabei handelt es sich um Gefäße, die meist ein zuber- oder bottigartiges Aussehen besitzen. Fässer mit gewölbten Rumpf für die Bier- und Weinherstellung, die heute hauptsächlich mit diesem Handwerk in Verbindung gebracht werden, kamen erst in späterer Zeit hinzu. Je nach Region existieren für diesen Beruf noch andere Bezeichnungen wie Binder, Böttcher, Fassbinder, Schäffler oder Büttner. Was weniger bekannt sein dürfte ist, dass der Küfer in den Weinanbaugebieten auch das Keltern und das Pflegen des Weines übernimmt. Mit Hilfe von modernen technischen Geräten werden die Trauben gepresst und anschließend wird entstandene Traubensaft in Fässern gelagert. Danach leitet der Weinküfer die Gärung ein und überwacht das weitere Reifen des Weines, bis dieser dann in Flaschen abgefüllt werden kann. Weinküfer arbeiten meist in einer Küferwerkstatt, einem Weinkelterungsbetrieb oder in einem Weinhandelsbetrieb.

Über das Handwerk des Küfers

 

Die Technik des Küfers war bereits schon aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. bekannt. Besonders während der Römerzeit wurde der Wein aus den nordgallischen Provinzen und Pannonien (entspricht in etwa dem heutigen Ungarn) überwiegend in Holzfässern transportiert. Ebenso wurden Daubengefäße in den Nordprovinzen für die Vorratshaltung verwendet. Während des Mittelalters wurden Holzfässer, während des Warentransportes von kleinerem Stückgut, auch als einer Art von Transportcontainer genutzt. Diese Art des Transports wurde bis in die moderne Neuzeit beibehalten, bis moderne Transportmöglichkeiten diese ganz verdrängten. Für die Produktion von Fässern, die für den Weinanbau verwendet werden, kommen ausschließlich Eichenhölzer zur Verwendung. Heute unterscheidet man bis zu 200 verschiedene Eichenholzsorten, die alle ihre bestimmten Eigenarten besitzen. Es können aber auch andere Laubbaumarten für die Fassproduktion verwendet werden, wie Kastanie oder Akazie. Generell gilt aber, das für Weinfässer prinzipiell nur Laubbaumarten verarbeitet werden, da die austretenden Harze von Nadelhölzern das Atmen der Fässer verhindern und somit auch die Reifung des darin enthaltenden Weines negativ beeinflussen. Nach Trocknung des Holzes werden zugeschnittenen Dauben mit Hilfe von Hammer und Setze im Fassreifen in die richtige Lage gebracht. Um die Dauben in die entsprechende Position zu biegen, kommen zusätzlich Feuer, Wasser und Wasserdämpfe zu Einsatz. Gerade dieser Vorgang erfordert vom Küfer eine gehörige Portion an Erfahrung und Professionalität. Mit einem sogenannten Endhobel werden anschließend die Daubenenden bearbeitet. Abschließend werden die Böden der Fässer angefertigt und eingebunden. Beim Einbinden wird mit dem Gargelkamm (oder Gargel) eine Kerbe ausgehobelt. Danach werden die einzelnen Bodenstücke mit Eisen- oder Holzdübeln zusammengefügt und das Gebinde von außen abgehobelt. Die Fassreifen werden anschließend in ihrer endgültigen Passform gebracht. Damit wäre hier die, allerdings nur grob umrissene, Fassproduktion abgeschlossen.

Über die Ausbildung zum Küfer

 

Die Ausbildung zum Küfer erfolgt im dualen System, in der der Auszubildende neben der praxisbezogenen Arbeit im auszubildenden Betrieb, mindestens einmal pro Woche die theoretischen Grundkenntnisse des Berufes in einer Berufsfachschule vermittelt bekommt. Mögliche weitere überbetriebliche Kurse können die schulische und praktische Ausbildung abrunden. Für das weitere berufliche Fortkommen besteht die Möglichkeit eine höhere Fachprüfung zum Küfermeister abzulegen. Bei gewissen schulischen Voraussetzungen ist auch ein Studium zum Holzingenieur, Oenologe oder als Umweltingenieur möglich. Als Anforderung für das Küferhandwerk wird zunächst mindestens eine erfolgreiche abgeschlossene Volksschule vorausgesetzt. Des Weiteren sollten die interessierten Kandidaten eine gewisse Freude mit dem Umgang des Werkstoffes Holz sowie ein Mindestmaß an handwerkliches Geschick mitbringen. Ebenso sollte ein gut ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen vorhanden sein. Für das Berufsbild des Weinküfers sollte noch zusätzlich eine gewisse Leidenschaft an der Weinbereitung sowie ein generelles Grundinteresse an den ökologischen Zusammenhängen mitgebracht werden.

Fazit

 

In den letzten Jahrzehnten hat das Küferhandwerk durch den verstärkten Einsatz von Metall- und Kunstofffässern stark gelitten, so dass in dieser Zeitspanne die Nachfrage an dessen Produkten stark absank. Im Zuge der ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit und einigen Skandalen, die im Zusammenhang mit den im Weinanbau verwendeten Plastikfässern in den Medien kosierten, erlebt das Küferhandwerk wieder eine wahre Renaissance. Dies geht gar soweit, dass in einigen Regionen wieder dringend nach interessierten Nachwuchskräften gesucht wird. Durch die oben beschriebenen modernen Weiterbildungsmöglichkeiten, ist das alte Küferhandwerk bei weitem kein zum Aussterben verurteiltes Berufsbild.

Ein kurzes Video über die Arbeit des Küfers